Fragen und Antworten zur Weiterbildung, Zertifizierung und Prüfung

Weiterbildung KNP

1. Was hat sich im aktualisierten Curriculum 2017 geändert?

Im internen Bereich der Homepage finden Mitglieder die ausführliche Präsentation der Weiterbildungskonferenz mit Hintergrundinformationen und Faktencheck zum aktualisierten Curriculum.

Änderungen für die/den WEITERBILDUNGSKANDIDAT/IN:

  • Die Aufteilung der Theoriestunden war im alten Curriculum sehr spezifisch und stundengenau auf Kurse zugeschnitten. Das aktualisierte Curriculum 2017 hat - ebenso wie die MWBO (Musterweiterbildungsordnung) - drei Hauptbereiche ohne einzelne Stundenzuweisung der Unterthemen definiert. Die Hauptbereiche sind: Allgemeine Neuropsychologie, spezielle Neuropsychologie: störungsspezifische Kenntnisse und versorgungsspezifische Kenntnisse. Die Stundenvorgaben sind bereichsbezogen.
  • Die ICF Orientierung (z.B. die Erstellung ICF-orientierter neuropsychologischer Behandlungspläne unter Einschluss interdisziplinärer Kooperation und setting- bzw. phasenspezifischer Rahmenbedingungen)
  • Supervision: neu ist der Nachweis der Supervision bei mindestens zwei Supervisoren und die Gruppensupervision von 20 Stunden als Prüfungsvorbereitung
  • Vereinheitlichung der Dokumentationspflicht mit Hilfe des Logbuchs
  • Die Dokumentation von 30 Fällen ist kurz und knapp wie im Logbuch dargestellt zu führen.

Änderungen für den WEITERBILDUNGSERMÄCHTIGTEN:

    • vorausgesetzt werden u.a. bei Akkreditierung:
      - mindestens 5jährige klinisch-neuropsychologische Berufstätigkeit (mind. 2 Jahre nach Weiterbildung bzw. 1   Jahr bei vorheriger langjähriger Berufstätigkeit)
      - persönliche und fachliche Eignung
      - kontinuierliche neuropsychologische Fortbildung im Umfang von mindestens 100 Fortbildungsstunden in den der Antragstellung vorangegangenen fünf Jahren.
    • Unterzeichnung des Logbuchs und dadurch höhere Verantwortlichkeit des WBE
    • Die Weiterbildungsermächtigung ist auf 7 Jahre befristet.
    • Für eine Verlängerung muss nachgewiesen werden, dass die Voraussetzungen weiter bestehen und der Antragssteller für diesen Zeitraum eine kontinuierliche neuropsychologische Fortbildung im Umfang von insgesamt 140 Stunden nachweisen kann.
    • Die neu akkreditierten Weiterbildungsermächtigten sind GNP-Mitglieder.

Änderungen für SUPERVISOREN:

    • Befristung auf 7 Jahre ab Zertifizierung
    • Für eine Verlängerung muss nachgewiesen werden, dass die Voraussetzungen weiter bestehen und der Antragssteller für diesen Zeitraum eine kontinuierliche neuropsychologische Fortbildung im Umfang von insgesamt 140 Stunden nachweisen kann, von der sich 32 Stunden auf supervisionsspezifische Inhalte beziehen.

2. Ich suche gerade einen Studienplatz und möchte nach meinem Studium Klinischer Neuropsychologe werden. Welche Studiengänge werden als Voraussetzung dafür anerkannt?

Voraussetzung für die Weiterbildung nach dem Curriculum 01.08.2007 ist der Abschluss eines Hochschulstudiums in Psychologie mit dem Erwerb des Masters in klinischer Psychologie oder einem Master in verwandten Spezialisierungen.

Bei der Vielzahl von Studiengängen und –inhalten sind zur ersten Orientierung Hinweise bei der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) erhältlich.

Der DGPs-Studienführer gibt einen Überblick über die Universitäten, an denen Studiengänge in Psychologie angeboten werden, die in der Regel den DGPs-Empfehlungen entsprechen.

Allerdings basiert diese Liste auf freiwilligen Angaben der Universitäten, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

3. Ich möchte mich bereits im Studium auf das Gebiet der Klinischen Neuropsychologie spezialisieren. An welchen Universitäten wird Klinische Neuropsychologie schwerpunktmäßig angeboten?

Folgende Aufstellung enthält einen Überblick über die Universitäten, an denen unseres Wissens schwerpunktmäßig Klinische Neuropsychologie angeboten wird:

KNP-Ausbildung, Liste der Hochschulinstitute

Wir bemühen uns, diese Liste auf dem aktuellen Stand zu halten, sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wenn Sie bemerken, dass Informationen unvollständig oder nicht mehr aktuell sind, senden Sie bitte eine Nachricht an unsere Geschäftsstelle.

4. Im Rahmen meiner Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten bzw. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten werden Theorieveranstaltungen in Klinischer Neuropsychologie angeboten. Ich möchte danach eine Weiterbildung Klinische Psychologie machen.

Einige Psychotherapie-Ausbildungsinstitute bieten im Rahmen der Theorieausbildung Veranstaltungen an, deren Inhalte sich mit der Weiterbildung in Klinischer Neuropsychologie überschneiden, z. B. Neuropsychologische Diagnostik bei Kindern oder Psychotherapie bei neurologischen oder neurodegenerativen Erkrankungen.

Für den Erwerb des GNP-Zertifikats in Klinischer Neuropsychologie raten wir Ihnen, außer den Teilnahmebescheinigungen für derartige Veranstaltungen möglichst genaue Informationen über die Inhalte der Lehrveranstaltung aufzubewahren. Weiterbildungsinhalte, die nicht von der GNP akkreditiert sind, bedürfen einer (kostenpflichtigen) Einzelfallprüfung bezüglich der Gleichwertigkeit. Diese ist bei der GNP-Geschäftsstelle zu beantragen. Dafür brauchen Sie detaillierte Nachweise: Lebenslauf, ggf. Modulhandbuch, Kursbescheinigungen, Teilnahmenachweis, Semesterplan mit Übersicht der Themen.

Ein Hinweis für Ihre Planung: Theoriestunden können nur dann anerkannt werden, wenn das Studium nicht länger als sieben Jahre zurückliegt.

Wenn Sie eine Weiterbildung in Klinischer Neuropsychologie im Rahmen der Weiterbildungsordnung der Länder, d. h. nach einer Psychotherapieausbildung, machen möchten, wenden Sie sich bitte an die für Sie zuständige Landespsychotherapeutenkammer.

Abgesehen von den Theorieinhalten gibt es eine weitere Möglichkeit, die PPT-Ausbildung und die Weiterbildung in Klinischer Neuropsychologie zu verzahnen: Sie können Ihre praktische Tätigkeit Teil II in einer Einrichtung absolvieren, in der neurologische Patienten psychotherapeutisch versorgt werden.

Einige Einrichtungen gehen in puncto Synergieeffekte der Aus- und Weiterbildung sogar noch weiter, z. B. das „Weiterbildungsmodell Rheinland-Pfalz”. Informationen hierzu finden Sie im Psychotherapeutenjournal 3/2008 ab Seite 2:

Psychotherapeutenjournal 3/2008 (Auszug)

5. Wird mein deutscher Studienabschluss im Fach XYZ für eine Weiterbildung zum Klinischen Neuropsychologen GNP anerkannt?

Voraussetzung für die Weiterbildung nach dem Curriculum 01.08.2007 ist der Abschluss eines Hochschulstudiums in Psychologie mit dem Erwerb des Masters in klinischer Psychologie oder einem Master in verwandten Spezialisierungen.

Zur Orientierung bei der Vielzahl von Studiengängen und –inhalten bieten die Seiten der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) nähere Informationen.

Wenn Ihr Studiengang diese Richtlinien erfüllt, wird er in der Regel auch von der GNP anerkannt.

Das Vorgehen ist wie folgt:

  • Sie stellen einen Antrag auf Zulassung zur Weiterbildung, d. h. Sie richten Ihre Anmeldung zur Weiterbildung mit den erforderlichen Nachweisen an die GNP-Geschäftsstelle. Hinweise finden Sie unter dem Menüpunkt „Weiterbildung KNP”.
  • Geht aus Ihren Unterlagen klar hervor, dass die genannten Richtlinen erfüllt sind, kann der Antrag von der GNP-Geschäftsstelle direkt bearbeitet und an den Vorstand zur Genehmigung weitergeleitet werden.
  • In allen übrigen Fällen, d. h. nicht-konsekutiven Masterabschlüssen in Psychologie und Abschlüssen in themenverwandten Bereichen, führen wir Einzelfallprüfungen durch. Diese Einzelfallprüfungen sind kostenpflichtig, weil dazu ein Gutachter beauftragt werden muss, der die Äquivalenz prüft. Die Geschäftsstelle wird sich in diesen Fällen an Sie wenden mit der Frage, ob Sie eine Einzelfallprüfung vornehmen lassen möchten.

6. Wird mein ausländischer Studienabschluss im Fach XYZ für eine Weiterbildung zum Klinischen Neuropsychologen GNP anerkannt?

Voraussetzung für die Weiterbildung nach dem Curriculum 01.08.2007 ist der Abschluss eines Hochschulstudiums in Psychologie mit dem Erwerb des Masters in klinischer Psychologie oder einem Master in verwandten Spezialisierungen.

Die Äquivalenz eines ausländischen Studienabschlusses zum deutschen Diplom muss durch eine offizielle Stelle des Bundeslandes, in dem sie tätig werden möchten, bestätigt werden (z. B. Wissenschaftsministerium).

Eine gute Orientierung zur Gleichwertigkeit ausländischer Studienabschlüsse bietet das Informa­tionsportal zur Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse.

Voraussichtlich im Herbst 2009 wird die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen die Bewertung ausländischer Studienabschlüsse übernehmen. Detaillierte Informationen finden Sie auf der Home­page der Kultusminister-Konferenz.

Wenn diese Äquivalenzbescheinigung vorliegt, können Sie bei der GNP die Zulassung zur Weiterbildung beantragen. Die weiteren Schritte sind die gleichen wie bei einem deutschen Studienabschluss (vgl. 4.).

Prüfung, Zertifizierung KNP

1. Was muss ich zum Antrag auf Zertifizierung einreichen und in welcher Form?

Informationen dazu finden Sie im Informationsmaterial „Zertifizierung zur/m Klinischen Neuropsychologin/en GNP” in den Abschnitten:

III Ausführungsbestimmungen
V Der neuropsychologische Bericht
VI Leitfaden zur Erstellung neuropsychologischer Gutachten

Bitte beachten Sie: Das Logbuch dient unterstützend der Organisation und Dokumentation der Weiterbildung. Seine Benutzung wird empfohlen, es ist aktuell jedoch noch nicht verbindlich (Stand 6 / 2016), z. B. für die Antragstellung auf Zulassung zur mündlichen Prüfung. Im gegebenen Fall würde das Logbuch erst nach der Herausgabe einer entsprechenden Information durch die GNP mit Angabe eines Stichtages verbindlich, Sie würden rechtzeitig darüber informiert.

2. Wie lange dauert die Begutachtung in der Regel?

Die vollständige Bearbeitung nimmt im (unkomplizierten) Regelfall ca. 8 Wochen in Anspruch, dann erfolgt bei erfolgreicher Begutachtung die Terminvergabe im Frühjahr oder Herbst. Da Ihr Zertifizierungsantrag mehrere Instanzen durchläuft und die Bearbeitungszeit von verschiedenen Faktoren abhängt, kann diese Angabe ausschließlich als Orientierung dienen und sich der Prozess auch verlängern.

Nach der formalen Begutachtung Ihres Antrags in der Geschäftsstelle wird dieser an die Gutachter weitergeleitet, welche eine inhaltliche Prüfung vornehmen und ggf. Nachforderungen stellen. Antragsteller haben dann entsprechend Gelegenheit zur Nachbesserung, und auf Grundlage der Nachreichungen erfolgt erneut eine Begutachtung der Unterlagen. In bestimmten Fällen müssen Drittgutachter eingeschaltet werden, auch das kann den Begutachtungsprozess verlängern.

Für Details siehe Informationsmaterial „Zertifizierung zur/m Klinischen Neuropsychologin/en GNP”, Abschnitt III Ausführungsbestimmungen.

3. Was ist Inhalt der mündlichen Prüfung?

Die inhaltliche Struktur der mündlichen Prüfung orientiert sich am „Leitfaden mündliche Abschlussprüfung”.

4. Was muss ich zur Prüfung einreichen?

Nach Erhalt Ihres Prüfungstermins werden Sie gebeten, eine der eingereichten Kasuistiken auf maximal zwei Seiten zusammenzufassen. Eine Strukturvorlage dazu finden Sie im „Leitfaden mündliche Abschlussprüfung”. Diese Zusammenfassung liegt den Prüfern während der Prüfung vor. Sie selbst dürfen sie ebenfalls während der Prüfung verwenden.

Bitte reichen Sie mit der Zusammenfassung auch einen aktuellen Lebenslauf in der Geschäftsstelle ein.

 

5. Wie häufig, wann und wo finden in der Regel Prüfungen statt?

Die Prüfungen finden nach Bedarf, etwa zweimal im Jahr an ein bis zwei Tagen im Frühjahr und im Herbst statt. Der Ort der Prüfung – i.d.R. Aachen, Leipzig oder München – wird nach der Verfügbarkeit von Prüfern gewählt.

Die Prüfungstermine finden SIe online unter Veranstaltungen.

 

6. Wie viele Wochen vorher erfahre ich von meinem Prüfungstermin?

Die Einladung zum Prüfungstermin kann erst nach Zulassung zur mündlichen Prüfung erfolgen, welche davon abhängt, wann die Gutachten zu den Antragsunterlagen eingehen und wie die Gutachtervoten ausfallen. Die Geschäftsstelle ist bemüht, die Kandidaten nach bestätigter Zulassung zur Prüfung schnellstmöglich zum Termin einzuladen.

Die Einladung zum Termin hängt wiederum auch vom Stand der Korrespondenz mit den Prüfern sowie von der Verfügbarkeit von Prüfungsplätzen (ca. 8 bis 16) zu den jeweiligen Terminen ab. Ist der nächstmögliche Prüfungstermin bereits ausgebucht, erhalten die Kandidaten – nach Datum der Zulassung geordnet – einen Platz auf der Warteliste.

In der Regel erfolgt die Einladung zur Prüfung mit ca. drei Monaten Vorlauf, spätestens jedoch sechs Wochen vor dem Prüfungstermin (siehe auch „Leitfaden mündliche Abschlussprüfung”). In bestimmten Fällen, z. B. bei besonders kurzfristigen Terminvergaben im Nachrückverfahren, nimmt die Geschäftsstelle ggf. direkt telefonisch mit Ihnen Kontakt auf.

7. Kann ich den Termin (kurzfristig) absagen und aus welchen Gründen?

Nach Einladung zum Prüfungstermin haben Sie ca. ein bis zwei Wochen Zeit, den Termin ohne Angabe von Gründen abzusagen (Frist ist im Einladungsschreiben angegeben). Nach Ablauf dieser Frist sind Sie verbindlich für einen Prüfungstermin angemeldet und eine Terminabsage kann nur aus triftigen Gründen erfolgen, z. B. aufgrund von Krankheit bei Vorlage eines offiziellen ärztlichen Attests. Nehmen Sie im Bedarfsfall, d. h. bei einer Absage aus anderen Gründen bitte Kontakt zur Geschäftsstelle auf, um über eine individuelle Lösung zu beraten. Letztendlich entscheidet der Vorstand über die Höhe der anfallenden Gebühren und / oder ob die Prüfung zu einem späteren Zeitpunkt angetreten werden kann.

8. Kann ich mir einen Termin und oder einen Ort wünschen?

Dies ist aus organisatorischen Gründen sowie aus Gründen der Fairness nicht möglich.

9. Kann ich einen frühestmöglichen Wunschtermin angeben (z. B. aufgrund einer anstehenden Elternzeit)?

Ein Wunschtermin kann angegeben werden. Die Geschäftsstelle wird versuchen, diesen nach Möglichkeit zu berücksichtigen.

10. Wann und wo finden die nächsten Prüfungen statt?

Die nächsten bereits fest geplanten Prüfungstermine finden sich im Veranstaltungskalender(„Mündliche Abschlussprüfung Klinische Neuropsychologie”). Ein Anspruch auf Teilnahme am nächsten Prüfungstermin besteht nicht. Die Zulassung zur mündlichen Prüfung erfolgt erst nach positiver Begutachtung Ihrer Zertifizierungsunterlagen, die Vergabe von Prüfungsplätzen dann nach Wartelistenplatz. Sie werden zu gegebener Zeit schriftlich benachrichtigt und verbindlich zum nächstmöglichen Prüfungstermin eingeladen.

Bei weiteren Fragen können Sie sich gerne an den GNP-Arbeitskreis „Neuropsychologen in Weiterbildung” wenden oder – bei organisatorischen Fragen – an die Geschäftsstelle.